Namaste, willkommen in Südindien - (3) Chidamabaram, der Tempel der kosmischen Tänzerin

Etwa sechzig Kilometer von Pondicherry entfernt, ist Chidambaram ein obligatorischer Halt: der farbenfrohe Tempel ist Shiva gewidmet ist, der "die alte Welt zerstört, um eine bessere Welt zu schaffen".

Neueste Ausgabe : 18 Februar 2018

Während unserer Reise duch einen kleinen Teil Südindiens, war der Besuch von Tempeln natürlich ein Muss. Aber unterwegs machten wir oft Halt, um ein paar Momente mit den Bewohnern zu teilen, um mehr über ihr Leben, ihre Arbeit zu erfahren. Wie diese Familie, die sehr robuste Seile aus Kokosfasern herstellt.

Sobald uns die Tochter des Paares sieht, überprüft sie ihre Frisur, ihr Sari-Outfit.

Wir können nur die Geschicklichkeit ihrer Arbeit, ihre rasche Ausführung, bewundern.

Ich versuche es auch, aber ich schaffe nur einen schrecklichen Knoten und das Ende des Seils ist verloren! Zur Wiedergutmachung schenke ich dem Mädchen eine Sonnenbrille - ein Luxusartikel angesichts ihres entzückten Lächelns!
Es kommt selten vor, dass wir während der - manchmal langen - Fahrten einnicken. Eins weil der Komfort in unserem Minibus relativ ist,

zwei,  weil es in Indien immer sechs Bodenschwellen gibt und drei , weil es immer etwas zu sehen gibt! Marktstände,

ein Elefant auf dem Weg zu einer Zeremonie in einem Tempel,

ein von Zebus gezogener Karren,

Kühe (natürlich) ...

Unser Fahrer hält auch an, um Jasminketten zum Aufhängen an den Rücksppiegel zu kaufen: das bringt Glück

Aber hier sind wir nun in Chidambaram.

Auf der kleinen Straße, die zum Tempel des kosmischen Tänzers Shiva führt, füttern die Gläubigen eine Kuh: Es ist einer der vielen Festtage, und an diesem Tag haben die Kühe Anspruch auf gute Kräuter!

Wir ziehen unsere Schuhe wieder aus

bevor wir das Gelände dieses farbenfrohen, sehr kitschigen Tempels betreten können.

Hier amtieren Brahmanenpriester. Wir erkennen sie an ihren zu einem hohen Knoten auf dem Kopf getragenen Haaren und ihren weißen Dhotis.

Vier beeindruckende Türme erheben sich aus der Umfassungsmauer und bewachen die Eingänge. Auf die Fassade zweier Türme sind die 108 Stellungen des berühmten kosmischen Tanzes gemeißelt.

Hier erklärt unser Guide Thiru ausführlich die Darstellung von Shiva, des kosmischen Tänzers. Es gilt über 100 Stellungen zu kennen, das ist uns ein bisschen zu viel! Um unsere Verwirrung noch zu verstärken, heißt Shiva, wenn er tanzt, Nataraja ...

Der Gott ist von einem Feuerkreis umgeben, der die Natur des Kreislaufs des Lebens symbolisiert.
Sein rechter Fuß wird von einem Dämon gestützt, so dass er das Böse und die Unwissenheit unterdrückt.

Sein linkes Bein wird zum Gruß angehoben. Die Trommel in seiner rechten Hand repräsentiert den Rhythmus des Lebens. Die Handfläche vor der zweiten Hand ist ein Zeichen des Schutzes
Die erste linke Hand hält das Feuer, die Lebenskraft. Die Mondsichel links von seinem Kopf symbolisiert Wissen und der Fisch rechts von seinem Kopf, den Ganges, das lebensspendende Wasser. Und die Schlange zu seiner Rechten soll ein Symbol der Fruchtbarkeit, des Atems sein.
Hier wird es mir leider zuviel und ich gebe auf…. ! Und habe doch tatsächlich den Eindruck, dass Shiva verzweifelt über meine Unwissenheit die Arme hebt!

Das riesige Wasserbecken lädt nicht wirklich ein, darin einzutauchen, um sich zu reinigen, aber ein Pilger zögert nicht, seine Waschung durchzuführen.

Wir besichtigen noch einige Teile des Heiligtums,

beobachten die anderen Besucher

bevor wir wieder zurückgehen um unsere Schuhe zu holen. Im Innenhof steht den Besuchern ein Trinkwasserspender zur Verfügung so wie auch an anderen Orten: Trinkwasser ist in Indien ein wichtiges Thema.

Wir setzen unsere Reise nach Tanjore fort. Aber bevor wir unseren Zwischenstopp für den Tag erreichen, steht ein weiterer Besuch an. Das des Tempels von Gangaikondacholapuram.

Tapeten- und Stimmungswechsel: Nach dem Trubel von Chidamabaram ist die Ruhe auf dem Gelände sehr erholsam.

Auf den schönen Rasenflächen treffen sich indische Familien. Schüler nutzen die Ruhe, um ihren Unterricht zu überarbeiten.

Ein Spaziergang - immer barfuß - auf der Wiese im Schatten der Bäume ist ein Genuss.

Inder lieben Selfies mit uns und wir tauschen mit großer Freude ein Lächeln und ein paar Worte aus.

Eine große Statue des Stiers Nandi (der Shiva als Reittier diente) steht stolz in diesem wunderschönen Grün,

genau wie die des Löwen Durga.

Der Brihadesvara-Tempel stammt aus dem 11. Jahrhundert. Wir bewundern die exquisite Verarbeitung des Steins.

Die prächtigen Skulpturen von Göttern und Göttinnen wie Shiva und seiner Frau Parvati.

Und Shiva tanzt immer noch ...

Im Prinzip standen an diesem Tag nur zwei Tempel auf unserem Programm. Aber unser Führer Thiru bestand darauf, uns einen dritten, Darashram, zu zeigen.

Und wir haben es nicht bereut, so sehr hat uns dieser Tempel mit seiner gelassenen Ruhe bezaubert.

Auch hier nutzen die Studierenden die Gelegenheit, in der wohlwollenden Atmosphäre indischer Gottheiten zu studieren,

Familien gehen spazieren.

Wie in den anderen Tempeln sind die Skulpturen beeindruckend. In Darashram bewundern wir besonders die Säulen, von denen jede anders geschnitzt ist.

Aber drei Tempel an einem Tag sind genug! Erschöpft machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Halt, Tanjore und folgen einem Bus, der fröhlich einen der vielen indischen Götter zeigt, Ganesh.